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Freitag, 29. Oktober 2010

Arbeitslose



Eine sehr widerstandsfähige Pflanze aus der Familie der Herbstzeitlose. Sie kommt verstärkt in ländlichen Gebieten mit schwacher Infrastruktur vor. Zu den Eigenheiten der A. gehört es, sich vor allen Dingen im Winter sprunghaft zu vermehren. Staatliche Stellen stehen ihrem Wildwuchs recht hilflos gegenüber. Erfahrungsgemäß schafft nur ein gesunder wirtschaftlicher Aufschwung Abhilfe. Doch einen solchen herbeizuführen, stellt selbst biologische Koryphäen vor kaum lösbare Probleme.

- Steffen E. Köpf, Je höher der Absatz ... Köpfs heiteres Wirtschaftslexikon. Mit 51 Illustrationen des Autors, Econ Verlag, Düsseldorf - Wien 1980, Seite 20




Copyright / Credits:

Phantasy-Factory / Lady Roxy, Domina & Lebenskünstlerin, Cologne, Germany, hier allerdings wohl in Ihrem privaten "Liebesnest" im Luxemburgischen ...




Freitag, 16. Oktober 2009

Hannibal Lector's Book Fair Selection (3)



Die Liebe und die Kälte

Hunger, Kälte, Trunkenheit und Sattheit sind keine Zeiten, wo man der Liebe pflegen sollte. Wenn es einen aber überkommt und man ihr doch nachgehen möchte, dann ist es bei Kälte und Trunkenheit schließlich noch möglich, nicht aber bei Hunger und Überfütterung. Bei der Kälte nämlich kommt das Leiden von außen, beim Hunger aber von innen. Bei der Trunkenheit kann man sich an die Kraft des Weins halten, aber bei Überessen gibt es kein Mittel, den Körper leicht zu machen.

Beischlaf ist ja doch ein Kampf. Mit leerem Magen kann man nicht in den Kampf gehen; wenn man zusammen ist, fällt man in Schlaf. Mit vollem Magen kann man nicht schlafen. Wenn der Hunger nicht in den Eingeweiden brennt und die Vollheit nicht den Magen bedrückt, ist es rechte Zeit für eheliche Freuden.

Li Yü, Die vollkommene Frau. Das chinesische Schönheitsideal (1671), übersetzt und eingeleitet von Wolfram Eberhard, Verlag die Waage, Zürich 1963, Seite 128f.

Foto: Paris Fashion Shows/Shanghai Daily


Samstag, 15. August 2009

Glossarium === Porcus, Schwein ===

PORCUS, I, das Schwein = Cunnus virginalis, χοιρoς. Auch συς, δελφαξ.

Marcus Terentius Varro, Res rusticae (Landwirtschaft) II, 4, 17: „Porcus Graecum est nomen antiquum, sed obscuratum, quod nunc eum vocant χοιρoν“.

Diese Bezeichnung soll darauf zurückzuführen sein, daß die Sau von allen Tieren die größte Gebärmutter habe, also ein Hinweis auf die in der Ehe zu leistende Arbeit.

(Das Wort δελφαξ = porcus wird von δελφύς = uterus abgeleitet).

Συφειος, ό = der Schweinestall. „Als jene dies empfangen und geschlürft, griff sie zur Rute, schlug auf sie ein und zwang sie in den Schweinekoben (κατά συφεοισιν). Sie wurden Schwein an Kopf, an Stimme, Haaren und Gestalt, allein ihr Geist (νους) blieb so wie einst“ (Odyssee, X, 237-240). „Soon in the luscious feast themselves they lost,/ And drank oblivion of their native coast./ Instant her circling wand the goddess waves,/ To hogs transforms them, and the sty receives.” (Alexander Pope, 1713).

"The sty should be constructed about three feet high, and a little more than that across, at such a height from the ground that if the sow when pregnant should try to jump out, she will not cast her young. The height of the pen should be such that the swineherd can easily look around it, to prevent the little pigs from being crushed by the mother" (Varro, Res Rusticae, II, 4, 14; tr. Loeb Library, p. 361).

Horaz (Quintus Horatius Flaccus) sagt von einem wollüstigen Schlemmer: porcus de grege Epicuri (Briefe I, 4, 16). Den Schimpfnamen wendet der Dichter im Scherz auf sich selber an. Er fordert den trübsinnigen Tibull auf, sich mit ihm, dem Schweine aus dem Stalle Epikurs, dem Wohlbehagen hinzugeben: Me pinguem et nitidum bene curata cute vises,/Cum ridere voles, Epicuri de grege porcum.

Quelle:

„Glossarium Eroticum“, herausgegeben von Dr. Gaston Vorberg, Verlag Müller & Kiepenheuer, Hanau Main, ohne Jahr, Seite 510-511 (und andere Wörterbücher)

Montag, 10. August 2009

Glossarium === Mamma, Mutterbrust ===

MAMMA, AE, griechisch μαστός, τιτθός, Mutterbrust, Busen, Mutter, Hügel, auch Brust des Mannes.

Plautus, Pseudolus 5, 1, 16ff (1261): Ubi mammam mammicula opprimit aut, si lubet, corpora conduplicantur. Wenn sich Brust an Brüstchen schmieget und nach Lust die Leiber sich vereinen.

Hesekiel (Ezechiel) 23, 21: Et visitasti scelus adulescentiae tuae, quando subacta sunt in Aegypto ubera tua, et confractae mammae pubertatis tuae. Und du sehntest dich, Oholiba, nach der Unzucht deiner Jugend, als dir die Ägypter den Busen drückten und deine jugendlichen Brüste betasteten. And thou hast renewed the wickedness of thy youth, when thy breasts were pressed in Egypt, and the paps of thy virginity broken.

MAMMILARE, IS, die Busenbinde.

MAMMOSUS, A, UM, mit schwelgenden Brüsten.

Martial, Apophoreta/Mitzunehmende Geschenke (= Epigramme XIV) 149. Von der Brustbinde, für die schneeige Brust zarter Mädchen bestimmt, nicht aber für die Brüste üppiger Matronen.

Mammosas metuo; tenerae me trade puellae,
Ut possint niveo pectore lina frui.

Zu üppig wogende Brüste fürcht’ ich; schmiegt mich an eine zarte Jungfer, damit mein Tuch ihren Schneebusen genießen kann.

I fear those whose development is large: give me to some tender maiden, that the linen of which I am formed may delight in her snow-white charms.

Quelle:

„Glossarium Eroticum“, herausgegeben von Dr. Gaston Vorberg, Verlag Müller & Kiepenheuer, Hanau Main, ohne Jahr, Seite 326 (und andere Wörterbücher)

Sonntag, 2. August 2009

Glossarium === Glossa, Zunge ===

GLOSSA, AE, der Erklärung bedürftiger Ausdruck, Erläuterung, Kommentar (von griechisch γλωσσα, γλωττα, Zunge, Mund, Redegabe, Zungenrede, Sprache, Mundart, Äußerung).

Ausonius, Epigrammata (Sprichworte) 127, 2: glossas tradere, von dem Lehrer und cunnilungus Eunus, der seinen noch nicht geborenen Kindern die Zunge entgegenstreckt, um ihnen im Mutterleib schwierige Wörter zu erklären. (Weiter kann der Pflichteifer nicht gehen !)

Γλωσσοκομειον, γλωσσοκόμιον (γλωττοκόμιον), το
"Flötenmundstückbehälter“ = CUNNUS. Hesychios, Etymologicon Magnum.

GLOTTISMUS, I , γλωττισμός, der Zungenkuß. Anthologia (Lyrica Graeca?) 5, 132, 6 (Philodemos von Gadara)

Quelle:

„Glossarium Eroticum“, herausgegeben von Dr. Gaston Vorberg, Verlag Müller & Kiepenheuer, Hanau Main, ohne Jahr, Seite 211 (und andere Wörterbücher)