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Mittwoch, 22. September 2010

La canaille à l'Elysée

Laut FAZ hat die Londoner Tageszeitung "Financial Times" das Ergebnis der schwedischen Parlamentswahlen vom Sonntag, bei der die rechtspopulistischen "Schwedendemokraten" des Nadelstreifen-Rassisten Jimmie Ǻkesson 5,7 Prozent holten, folgendermaßen kommentiert:

Die Wahlen zeigen, daß Schweden weniger außergewöhnlich ist, als viele denken … Daß eine Gruppe rechter Populisten so gute Ergebnisse erzielen konnte, … hat das Land in einen Schock versetzt. Doch Schweden gleicht sich schlicht einem europaweiten Trend an, bei dem Parteien von Rechtsaußen die wachsende Anti-Immigrations-Stimmung in wirtschaftlich schweren Zeiten ausnutzen. Das ist eine Stimmung, die etablierte Parteien nicht ignorieren können. Aber … es ist auch nicht das erste Mal, daß sich Lumpengesindel in die höfliche, wenn auch glanzlose Welt der schwedischen Politik gedrängt hat.

Glückliches Schweden ! In Frankreich sitzt das Lumpengesindel im Élysée-Palast …



VISITEZ LE PALAIS DE L’ÉLYSÉE:

LE VESTIBULE D’HONNEUR (EHREN-EINGANGSHALLE)

LE SALON DORÉ (BÜRO DES PRÄSIDENTEN)

LA SALLE DES FÊTES (FESTSAAL)

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PROTESTATION COLLECTIVE EN BULGARIE CONTRE LA DÉPORTATION DES ROMS

NO BORDER CAMP IN BRUSSELS (25 SEPT. >>> 3 OCTOBER 2010)

PROTEST AGAINST BRUSSELS ECOFIN SUMMIT (29-30 SEPTEMBER 2010)

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Sources: Photo officielle de Nicolas Sarkozy, président de la République Française, à l’Élysée, 16 mai 2007 - Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. September 2010, Seite 2 („Lumpengesindel in einer höflichen Welt“)


Dienstag, 26. Januar 2010

Zum Holocaust-Gedenktag


"Der Holocaust-Gedenktag erinnert an die über sechs Millionen Juden und die vielen anderen, die Opfer des nationalsozialistischen Rassen - und Größenwahns wurden. 1996 erklärte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum nationalen Gedenktag in Deutschland „für die Opfer des Nationalsozialismus”. Er solle als "nachdenkliche Stunde inmitten der Alltagsarbeit" begangen werden; der Deutsche Bundestag trifft sich alljährlich zu einer Feierstunde. In Großbritannien wurde im Jahr 2000 der 27. Januar zum Holocaust-Gedenktag und zugleich zum Gedenktag für alle Genozide (Völkermorde) in der Welt erklärt. Die UNO hat im Oktober 2005 den 27. Januar offiziell zum Holocaust-Gedenktag erklärt und eine Resolution angenommen, in der alle Mitgliedstaaten aufgerufen werden, an diesem Tag an den Judenmord zu erinnern. UNO-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete dabei den Gedenktag als "eine wichtige Mahnung an die universelle Lektion des Holocaust".

Der Holocaust-Gedenktag ist Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Mordaktionen in Europa und für die Widerstandskämpfer. Der Begriff "Holocaust" kommt aus dem griechischen "olokautev", "ein Brandopfer darbringen" und ist die englische Bezeichnung für den Massenmord in den Verbrennungsöfen der Konzentrationslager im Dritten Reich. Die jüdische Bezeichnung bedeutet "Tag der Schoah" kommt vom neuhebräischen Begriff "Shoah", der die Tötung einer großen Zahl von Menschen oder eines ganzen Volkes bezeichnet und sich insbesondere als Begriff für die Verfolgung, Gettoisierung und Vernichtung der europäischen Juden während der NS-Herrschaft in Deutschland und Europa eingebürgert hat.

Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz und befreiten die noch Überlebenden. Fast fünf Jahre lang waren dort Menschen gefoltert, gequält, ermordet worden: Juden vor allem, Polen, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene und Häftlinge anderer Nationalität. Nach der Befreiung der Konzentrationslager gingen grauenvolle Bilder um die Welt: sie legten endgültig offen, dass in Deutschland und im besetzten Europa zwölf Jahre lang Millionen Menschen verschleppt wurden, sich in Konzentrationslagern zu Tode arbeiten mussten, zynischen medizinischen Experimenten zum Opfer fielen, fielen, an Hunger und Seuchen fielen oder massenhaft exekutiert oder mit Gas erstickt wurden.

Der Jom haShoah [Gedenktag für die Shoah] wird in Israel am 27. Nisan [im April, dieses Jahr am 11. 4., siehe zum Jüdischen Kalender] begangen, indem um 10 Uhr eine Sirene die Menschen zwei Mi­nu­ten lang zum Inne­hal­ten aufruft; in dieser Zeit ruht der Verkehr, wird nicht gearbeitet, schweigend verharren die Menschen in Israel. Dann folgt eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in Anwesenheit der Regierungs- und Staatsspitzen. Um die Mittagszeit wird eine Namensliste von Schoa-Opfern verlesen, am Nachmittag gibt es eine Zeremonie für jüdische Jugendorganisationen. Die meisten dieser Programmpunkte werden live im israelischen Fernsehen übertragen und so den Bürgern nahegebracht.

1948 erklärte das Oberrabbinat von Israel den 10. Tewet [im Dezember] zum Tag des allgemeinen Trauergebets. Als im Dezember 1949 die Asche von Juden, die im KZ Flossenbürg ermordet worden waren, nach Israel überführt wurde, entschied Rabbi S.Z. Kahana, deren Asche am 10. Tewet begraben zu lassen. Rabbi Kahanas weiterreichender Vorschlag, diesen Tag als den Tag des Gedenkens an die Schoah festzusetzen, wurde vom Oberrabbinat akzeptiert. 1951 schlug der Knesset-Abgeordnete Rabbi Mordechai Nurock vor, einen eigenen Tag für das Gedenken des Holocaust zu schaffen; die Einmaligkeit der Schoa begründe einen eigenen Gedenktag. Der Tag sollte zuerst "Jom haShoah Umered Hagetaot", Holocaust- und Ghettoaufstands-Tag heißen, schließlich einigte man sich auf "Jom haShoah Wehagwurah", "Holocaust- und Heldentums-Tag". Das Finden eines Datums gestaltete sich schwierig. Die überlebenden Kämpfer des Warschauer Gettos wollten den 19. April, der Tag, an dem der Aufstand begonnen hatte. Aber dieses Datum fiel im jüdischen Kalender auf unmögliche Tage, etwa Pessach. Also versuchte man, einen anderen Platz im jüdischen Kalender zu finden und fand ihn zwischen dem Ende von Pessach und dem erst 1949 eingeführten Jom Haatzmaut und setzte den 27. Nisan als Gedenktag fest. Im Jahr 1959 wurde der Jom haShoah, weil er zuvor zu wenig Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich zog, in Israel zum Gesetz erhoben."

Aus: Ökumenisches Heiligenlexikon (siehe auch Wikipedia zum Gedenktag in Deutschland und Israel)



Links zu Veranstaltungen am oder um den 27. Januar 2010:

Frankfurt a. M. (diverse Veranstaltungen) - Kundgebung der Roma-Union (am 27. 1. um 18.30 h)

Offenbach a. M. (am 31. 1.)

Zossen

Rostock



Links zu aktuellen Presse- oder Medienartikeln:

Kurt Pätzold über die "Herausforderung 'Auschwitz'" (junge Welt)

Ingrid Heinisch über die Todesmärsche kurz vor Befreiung des Lagers (Neues Deutschland)

Aleida Assmann in der "FR" und Heiner Lichtenstein im "Vorwärts" über den 27. Januar als Gedenktag

Inge Günther über Pesach Anderman (FR)

Die Jenischen als Opfer des NS-Rassenwahns (Rezension im "Vorwärts")

Kurt Krohn über die Gedenkstätte des KZ Auschwitz (FR)

Kai Diekmann über die Baupläne des „Kriegsgefangenenlagers Auschwitz“ bzw. des KZ Auschwitz („Bild“-Zeitung)

Henryk M. Broder über Wolfgang Benz’ „Handbuch des Antisemitismus“ (Der Spiegel)

Die Antisemitismus/Islamophobie-Debatte zwischen Broder und Benz kommentieren Mathias Brodkorb (auf "Endstation Rechts") und Martin Lichtmesz (auf "Sezession im Netz")

Eine Diskussion über Rassismus anläßlich des Films „Zivilcourage“ (ARD, 27. 1. 2010, 20.15 h) bei Indymedia

Oliver Müller über den Charlie Chaplin-Film „Der große Diktator“ (Muslim Forum / II-moral.org )

Deutsch-polnische Versöhnungs- und Gedenkpolitik (Deutsches Polen Institut Darmstadt)

Holocaust Memorial Page der United Nations

Dienstag, 12. Januar 2010

Zwei Meldungen dieser Tage aus der Ägäis




Death toll reaches 21 in suspected boat capsizing


[Thracia, Turkey / Greece] The discovery of two more bodies early Sunday brought the death toll of suspected refugees who drowned along the Greek-Turkish border to 21, the Anatolia news agency reported [on Sunday, 10th January]. The first bodies, believed to be of people who failed in an attempt to cross the Maritsa, or Evros, River into Greece illegally, were discovered last Monday.

It is unclear how large the suspected refugee group was and whether any of them made it across the river safely. Authorities believe the group tried to cross the river in a boat, but died under circumstances that remain unclear.


The area around the Maritsa and the nearby Aegean Sea are popular routes for illegal immigrants trying to access the European Union. Thousands of illegal immigrants from Asia and Africa enter EU-member Greece every year, usually making risky crossings from Turkey in boats that are not seaworthy. Ten people died in October 2009 when a boat carrying Afghan families sank off the eastern Aegean Sea island of Lesvos.


From Clandestine English / Today's Szaman Istanbul


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Pogrome an der türkischen Ägäisküste


Nach rassistischem Angriff auf Roma-Siedlung: Gouverneur veranlaßt Umsiedlung von 74 Bewohnern / Von Nick Brauns, junge Welt


[Selendi, Manisa, Türkei] Nach Pogromen türkischer Nationalisten in der Kleinstadt Selendi [150km nordöstöstlich von Izmir] an der Ägäisküste hat der Gouverneur der Provinz Manisa am Donnerstag 74 Roma, darunter 15 Kinder, in Fertighäuser des Roten Kreuzes in der Nachbarstadt Salihli umsiedeln lassen. Die Auseinandersetzungen hatten in der Silvesternacht begonnen, als der Besitzer einer Teestube Ramazan Yildiz dem Rom Burhan Ucku erklärte: »Kein Tee für Zigeuner«. Ucku wurde gewaltsam aus dem Teehaus geworfen, anschließend griffen türkische Rassisten die Roma-Siedlung an, zerstörten Zelte, zündeten Autos an und verwüsteten Geschäfte. Sie skandierten Parolen wie »Selendi gehört uns!« und »Zigeuner raus!« Nachdem Ucku und seine Freunde ihrerseits am Mittwoch Steine auf das Teehaus warfen, wurde das Roma-Viertel von etwa tausend Personen gestürmt und mit Steinen und Molotowcocktails verwüstet. Laut Zeugenaussagen hatte Bürgermeister Nurullah Savas von der faschistischen MHP zu den Angriffen ermutigt. Die Polizei ließ die Rassisten gewähren. Sie könne die Sicherheit der Roma nicht mehr garantieren. Erst nach Stunden wurden die in ihren Häusern verschanzten Roma schließlich in Sicherheit gebracht.



In der von hoher Arbeitslosigkeit geplagten 6.000-Einwohner-Stadt Selendi waren die Roma als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft sowie als Straßenhändler, Schrotthändler und Schuhputzer tätig. Insgesamt 750.000 Roma leben in der Türkei, die meisten davon in Istanbul sowie in Edirne und Umgebung. Schon seit Herbst vergangenen Jahres war es in der Westtürkei zu einer Reihe von pogromähnlichen Ausschreitungen gegen Kurden gekommen, nachdem die Regierung proklamiert hatte, sich der kurdischen Frage gegenüber öffnen zu wollen. Mitte dieser Woche nun mußte die Polizei in Mersin kurdische Schüler nach Angriffen Hunderter türkischer Nationalisten nach Hause eskortieren. In Edirne kam es in den vergangenen Tagen zudem zu faschistischen Lynchattacken gegen kommunistische Jugendlichen, die Flugblätter verteilten.


Aus: Junge Welt, 9. Januar 2010

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Foto: Türkisch-griechischer Grenzübergang, von der Website Confini Amministrativi- Riigipiirid