Freitag, 8. Januar 2010

Angels don't leave, but demons do



Kurz, knapp und exklusiv, was diese Woche in der Welt geschehen und für den Rest des Jahres zu erwarten ist:


Die kleinen Drahtigen tauen schnell auf

(Hannover, Niedersachsen, Deutschland) Lady Margot, eine verdammt fitte Frau im besten Alter, hatte eine ziemlich ausgefüllte Woche. Am Dienstag machte sie Gehirnmuskel-Training bei ihrem Personal-Trainer, dem Prof. Dr. Nonnenmacher, die restliche Zeit war Kung Fu mit Tochter Esther (19) angesagt. Denn schon an diesem Montag soll es ernst werden, da geht Madame in den erotischen Nahkampf mit dem jungen Guttenberg. Nicht ganz unbewaffnet natürlich. Welche Bataillone und Batterien Frau Margot da genau in die Schlacht führen wird, soll hier noch nicht verraten werden. Es ist jedenfalls Ehrensache, daß der Jungspund am Ende flachliegt.


Die wilden Rassigen … schnauf, schnauf !

(Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland) Erst recht ist Lady Erika eine fitte Frau im allerbesten Alter. Sie hat's eigentlich nicht nötig, die Jeanne d'Arc zu spielen, aber trotzdem ging sie am Montag mit ihrer Mannschaft mal wieder auf verwegene Jagd in den tiefverschneiten Sachsenhäuser Wald. Es waren dort verschärfte Dressurritte und andere diabolische Übungen zu absolvieren. Na ja, es kam, wie es kommen mußte: Kronprinz Reinhard machte schon nach zwei Kilometern schlapp, und Fürstbischof Berthold kriegte dann bei der anschließenden Hasenjagd auf freiem Feld urplötzlich das Muffensausen. Jetzt wird die stramme Freifrau ihre Wehrsportgruppe wohl erstmal mit streng geheimen Strafexerzitien wieder auf Vordermann bringen müssen. Mal sehen, wer dann die elegantesten Kniebeugen macht.


Danke, Doktor !

(Huntsville, Texas, USA) Die Vereinigten Staaten haben den 75. Geburtstag ihres vielleicht größten International-Heiligen, des Jailhouse-Rockers Elvis Aaron Presley, dieses Jahr sehr stilgerecht begangen. Am Vortag, es war der Donnerstag, wurden zu diesem Anlaß in drei Bundesstaaten die ersten Hinrichtungen des noch taufrischen Jahres vollzogen. Das erste Menschenopfer war der 37-jährige Abdullah Sharif Kaazim Mahdi (geborener Vernon Smith), ein konvertierter Muslim. Er starb im Gefängnis von Lucasville in Ohio. Nur Stunden später wurden dann zwei weitere Frischlinge dargebracht: in Huntsville (Texas) starb der 51-jährige Kenneth Mosley, in Angola (Louisiana) der 47 Jahre alte Gerald Bordelon. Als liturgisches Altargerät kam, wie es bei solchen Zeremonien seit langem schon guter Brauch ist, die Giftspritze zum Einsatz. Wenn die Grande Nation in diesem Tempo weiter macht, dann werden 2010 wohl dreimal mehr Opferlämmer benötigt werden als im Vorjahr. 2009 starben insgesamt 52 auf des seltsamen Doktors Gabentisch. Aber das ist in God's own country kein Problem, die halbe Population steckt dort im Knast, die Pipeline ist also lang und prall gefüllt !


"Amoklauf" bei ABB

(St. Louis, Missouri, USA) Ebenfalls am Donnerstag erschoß laut Medienberichten auf einem Fabrikgelände des schweizerischen ABB-Konzerns in den USA ein ehemaliger Mitarbeiter mit einem Sturmgewehr drei Menschen. Nach einer stundenlangen Suche auf dem weiträumigen Gelände des ABB-Transformatoren-Werks in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri fand die Polizei dann den Schützen angeblich tot auf. Wer's glaubt wird heilig ! Der Mann soll laut Berichten jedenfalls einer von vier Klägern gewesen sein, die ABB mit einer Sammelklage im Zusammenhang mit Pensionsfragen am Wickel haben. Der "Hessische Rundfunk" und die "Frankfurter Rundschau" unterließen bei ihrer ersten Meldung der Story bedauerlicherweise den Hinweis, daß ABB ein höchst dubioser helvetischer Energie- und Automationstechnik-Konzern ist und schon seit Jahren jede Menge Dreck am Stecken hat. Oder das Ganze hat einen Hintersinn ...


Die Enkel fechten’s besser aus

(Rosarno, Kalabrien, Italien) Im südlichen Bella Italia geht es dafür seit Donnerstagabend rund: Nachdem dort in Rosarna aus einem fahrenden Auto auf afrikanische Wander- und Erntearbeiter geschossen wurde, die auf dem Nachhauseweg waren, gingen die Afrikaner beherzt in die Gegenoffensive. Rund 200 Senegalesen, Kongolesen, Marokkaner, Ägypter und andere Landsleute zogen nachts durch die 15.000-Einwohner-Stadt, zündeten Autos an und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, wie die Wiener Tageszeitung "Die Presse" berichtete. Mindestens 20 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Auch am Freitag gingen die Proteste weiter, und in dem Ort herrschte weiterhin der Ausnahmezustand. Viele Bewohner trauten sich nicht mehr aus dem Haus, Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, während Hunderte von aufgebrachten Demonstranten vor dem Rathaus ein Gespräch mit dem Präfekten verlangten. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP demonstrierten rund 2.000 Einwanderer mit einer Sitzblockade im Zentrum der Stadt. Hat das etwa das Zeug zu einem Spartakus-Aufstand? Na ja, es fehlt da wohl erstmal der Spartakus himself. Aber da ja auch Elvis, der "King of Rock ’n’ Roll", seit Jahren weltweit regelmäßig aus seinem Jenseits-Schlupfwinkel wieder auftaucht, ist es nicht ausgeschlossen, daß auch "der famoseste Kerl, den die ganze antike Geschichte aufzuweisen hat" (Karl Marx, MEW 30, 160), in seiner Wahlheimat mal wieder gesichtet wird. Zumal der gebürtige Thraker im Mai oder Juni des Jahres 71 v. Chr. – so ähnlich wie Petrus, Paulus oder Osama – während der Schlacht am Fluß Silarius/Silarus in Apulien spurenlos verschwunden ist. Sein Leichnam wurde nicht gefunden ('Aππιανòς 'Aλεξανδρεύς / Appianos von Alexandria. Romaiká, I, 120, 559). Apulien ist die unmittelbare Nachbar-Region von Kalabrien. Mehr über diesen interessanten Mann bei Antonio Guarino (Spartaco. Analisi di un mito, Liguori Editore, Neapel 1979; dt. bei dtv) und Michael Genner (Spartakus. Eine Gegengeschichte des Altertums nach den Legenden der Zigeuner, 2 Bde, Trikont Verlag, München 1979 /1980).

DPA-Foto: Margot Käßmann, die Landesbischöfin von Hannover und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

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